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Praxisgemeinschaft - hausärztliche Versorgung
Helge Folta, Michael Barkhoff, Andrea Vögeli-Helmich
Tel.: 0209 - 9 56 70 00
Fax.: 0209 - 95 67 00 17
E-Mail: info@hausarzt-buer.de

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Praxisgemeinschaft - hausärztliche Versorgung

Helge Folta, Michael Barkhoff, Andrea Vögeli-Helmich


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45899 Gelsenkirchen
Tel.: 0209 - 9 56 70 00
Fax.: 0209 - 95 67 00 17
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Gesundheitsnews



Neue Broschüre „Menschen in Bewegung bringen“
Nationale Empfehlungen für Bewegung und Bewegungsförderung in Kurzform

Die neue Broschüre „Menschen in Bewegung bringen – Strukturen schaffen, Bewegung fördern, lebenslang bewegen“ präsentiert in Kurzversion die Nationalen Empfehlungen für Bewegung und Bewegungsförderung. Die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) hat mit dem Informationsmaterial im Auftrag des Bundesministeriums für Gesundheit die für Deutschland geltenden, wissenschaftlich fundierten Bewegungsempfehlungen anschaulich zusammengefasst.

Ausreichende und regelmäßige Bewegung hat nachweislich positive Effekte auf Körper, Geist und Seele: Beispielsweise fördert sie einen gesunden Lebensstil, verbessert die motorische sowie kognitive Leistungsfähigkeit und stärkt das Selbstvertrauen. Ein Mangel an Bewegung ist eine der Hauptursachen für nichtübertragbare Krankheiten wie Typ-2-Diabetes. Wer täglich nach dem Essen nur rund zehn Minuten zügig spazieren geht, kann damit sein Risiko für Diabetes schon erheblich reduzieren. Auch Menschen mit manifestem Diabetes profitieren noch von Bewegung. Je mehr sie sich bewegen, desto mehr können sie ihren Medikamenten- oder Insulinbedarf verringern. Gesundheitsrelevante positive Effekte sind nicht nur durch Sport zu erreichen, sondern auch in Form von Alltagsaktivitäten.

Dr. med. Heidrun Thaiss, Leiterin der BZgA, betont: „Bewegung und Bewegungsförderung sind wesentliche Faktoren im Bereich der Prävention und Gesunderhaltung in allen Lebensphasen. Körperliche Bewegung sollte deshalb jeder Mensch, ob jung oder alt, für sich als positiv entdecken und in den Alltag integrieren.“

Die Empfehlungen richten sich zielgruppenspezifisch an Kinder und Jugendliche, Erwachsene, ältere Menschen, Erwachsene mit chronischen Erkrankungen und die Gesamtbevölkerung. Die neue Broschüre „Menschen in Bewegung bringen“ ergänzt das Sonderheft „Nationale Empfehlungen für Bewegung und Bewegungsförderung“ aus dem Jahr 2017 und informiert sowohl die Allgemeinbevölkerung wie auch alle Akteurinnen und Akteure, die beruflich in diesem Kontext aktiv sind, über Art und Umfang einer gesundheitsförderlichen Bewegung.

Die Broschüre und das Sonderheft können kostenlos bei der BZgA bestellt werden unter:
Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung, 50819 Köln
Online-Bestellsystem: www.bzga.de/infomaterialien
Fax: 0221/8992257
E-Mail: order(at)bzga.de

Radfahren mit Helm – oder ohne?
Der Helm schützt - auch wenn es keine Helmpflicht gibt.

Vor allem junge Leute tragen keinen Helm, wenn sie mal eben ein paar Straßen weiter radeln. Besser wäre es aber: Bei einem Sturz kann der Fahrradhelm schweren Kopfverletzungen vorbeugen. Dennoch gibt es gute Gründe, auf eine Helmpflicht für alle zu verzichten.

“Looks like shit. But saves my life.” Mit diesem Slogan wirbt derzeit das Bundesverkehrsministerium für den Fahrradhelm. Die Kampagne zeigt dazu Bilder von schönen jungen Menschen, die mit einem Helm und sonst ziemlich wenig bekleidet sind.
Das Verkehrsministerium musste viel Kritik einstecken. „Gewiss kann man über eine Art der Umsetzung diskutieren“, sagt der Psychologe Klaus Peter Kalendruschat von TÜV NORD. An der eigentlichen Botschaft allerdings zweifelte kaum jemand: „Mit einem Helm auf dem Kopf steigen die Chancen, einen Sturz vom Rad ohne schwere Kopfverletzungen zu überstehen.“
Vergangenes Jahr starben 430 Radfahrerinnen und Radfahrer im Straßenverkehr, informiert der Deutsche Verkehrssicherheitsrat. Laut dem baden-württembergischen Verkehrsministerium könnten Radhelme bis zu 80 Prozent der Kopfverletzungen bei besonders Schwerverletzten verhindern. Ein Forschungsteam in Tschechien analysierte Autopsiereporte von 119 Unfallopfern, die dort zwischen 1995 und 2013 auf dem Rad verunglückt waren. 44 von ihnen hätten demnach mit Helm überlebt - jene, die ohne Fremdeinwirkung gegen ein Hindernis gefahren oder vom Rad gefallen waren.
 
Laut Verkehrsbeobachtungen trägt nicht einmal ein Zehntel der 17- bis 30-Jährigen beim Radfahren einen Helm, begründet das Bundesverkehrsministerium seine umstrittene Kampagne. Den jungen Leuten sei das Unfallrisiko durchaus bewusst, doch der Helm gelte als „unpraktisch, unbequem und unästhetisch“. Rund jeder zweite Erwachsene ist nach eigenen Angaben immer ohne unterwegs. Gleichwohl würden die meisten nicht an seinem Nutzen zweifeln.
 
Warum also nicht gleich eine Helmpflicht? Sie hätte einen unerwünschten Nebeneffekt. Die Zahl der schweren Kopfverletzungen würde sich zwar halbieren, schätzte Alena Hoye vom Institut für Verkehrsökonomie in Oslo 2018 anhand der bis dahin bekannten Studien. Allerdings könne das schlicht daran liegen, dass weniger Menschen aufs Rad steigen, wenn der Helm vorgeschrieben wird. Das baden-württembergische Verkehrsministerium rechnet mit sechs bis sieben Prozent weniger Radverkehr.
 
Gernot Sieg, Direktor am Institut für Verkehrswissenschaft an der Universität Münster, warnt nicht nur vor der Helmpflicht. Schon wenn Kampagnen das Fahren ohne Helm als leichtsinnig darstellen, würden manche daraus schließen, dass Radfahren generell gefährlich sei, und lieber aufs Auto umsteigen. Das aber sei unterm Strich ungesünder. Deshalb wären Kampagnen lediglich dann sinnvoll, „wenn für jede aus Sicherheitsgründen abgeschreckte Person mindestens 13 dauerhaft den Helm nutzen“.
Die klügere Strategie wäre vielmehr, für sichere Wege zu sorgen: mit strikteren Tempolimits, Verkehrskontrollen, Durchsetzung der Regeln und einer besseren Infrastruktur. Ohnehin könnten Helme vor auffahrenden Kraftfahrzeugen nicht schützen, wie die oben genannten Autopsiereporte ergaben. Dazu brauche es getrennte Wege für Rad- und Autoverkehr.
 
Und noch etwas gilt es zu bedenken. Seit geraumer Zeit streiten Fachleute über die Frage, ob Menschen mit Schutzausrüstung mehr Risiken eingehen oder ausgesetzt sind als ohne. 2007 beobachtete der britische Psychologe Ian Walker zunächst bei Selbstversuchen auf dem Rad, dass Autos ihn mit weniger Abstand überholten, wenn er einen Helm trug. Später demonstrierte er in Laborexperimenten, dass Versuchspersonen zu riskanteren Aktivitäten neigten, wenn sie unter einem Vorwand einen Helm aufgesetzt bekamen. Walker vermutete, dass die stabile Kopfbedeckung unbewusst ein Gefühl der Sicherheit vermittelte.
 
Doch andere Fachleute widersprachen. Unter anderem fand eine Übersichtsstudie in 18 von 23 Untersuchungen keine Hinweise auf eine solche „Risikokompensation“, wie das Phänomen in Fachkreisen heißt. Einzelne Experimente bestätigen indes den Effekt. So beobachteten Psychologinnen in Kanada bei sieben- bis zwölfjährigen Schulkindern, dass vor allem die abenteuerlustigen unter ihnen mit Helm schneller und waghalsiger fuhren als ohne.
 
„Dennoch sollten Kinder auf dem Rad einen Helm tragen“, mahnt Klaus Peter Kalendruschat von TÜV NORD. Nur sei das eben leider nicht genug. Solange es an einer sicheren Infrastruktur, besseren Gesetzen und Kontrollen zum Schutz von Radfahrenden fehle, könnten besorgte Eltern immerhin eines tun: Mit ihren Kindern immer wieder Vorsicht üben - „und selbst mit gutem Beispiel vorangehen!“

19.06.2019 DGA | Quelle: TÜV NORD Mobilität GmbH & Co. KG

„Der Lebensmittelverband profiliert sich bisher als Verhinderer gesunder Ernährung“
Deutsche Diabetes Gesellschaft (DDG)

Zur Ankündigung des Herstellers Iglo, den Spitzenverband der deutschen Lebensmittelwirtschaft BLL (Bund für Lebensmittelrecht und Lebensmittelkunde e. V.) zu verlassen, kommentiert Barbara Bitzer, Geschäftsführerin der Deutschen Diabetes Gesellschaft (DDG):

„Wir begrüßen die Entscheidung von Iglo, nicht länger einen Verband zu unterstützen, der die Zeichen der Zeit in Sachen gesunde Ernährung verschlafen hat. Der BLL profiliert sich bislang als Verhinderer vieler wissenschaftlich empfohlener Maßnahmen zur Eindämmung von Übergewicht. Dies wurde zuletzt deutlich bei der Diskussion um den Nutri-Score, der ebenfalls nicht vom BLL unterstützt wird, obwohl bereits fünf deutsche Hersteller, darunter Iglo, das Kennzeichnungssystem eingeführt haben oder dies planen. Iglo zeigt, dass es auch anders geht und die Lebensmittelindustrie Teil der Lösung sein kann und will. Für den BLL muss dies ein Weckruf sein, seine Blockadehaltung in Sachen gesunder Ernährung aufzugeben. Ein konkreter Schritt wäre die Unterstützung des Nutri-Scores als europäische Lösung einer verständlichen Lebensmittelkennzeichnung.“